Neujahrsvorsatz: Das Vorspiel einen größere Raum geben
12.31.09
Hallo, Maria hier:
Wir sprechen immer wieder über die Wichtigkeit eines ausgeprägen Vorspiels und doch wird das Vorspiel, je länger eine Beziehung dauert für viele Paare immer unwichtiger.
Da heute ein neues Jahr angefangen hat, haben wir uns gedacht, es wäre doch eine gute Idee das neue Jahr mit dem Vorsatz zu beginnen das Vorspiel wieder aufleben zu lassen.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich habe nichs gegen Quickies. Ich selber habe es schon öfters genossen, wenn ich Josef fest in seine Arme nimmt, mir die Jeans aufknöpft sie bis zu meinen Schenkeln hinunterzieht, mich auf´s Bett legt und ohne viel drumherum in mich eindringt.
Es macht ab und zu mal Spaß und ab und zu darf es auch sein, aber es sollte nicht zur Regel werden.
Wenn Sie jetzt denken: Gute Vorsätze mache ich jedes Jahr ein halbers Duzend und keine davon halte ich durch, so darf ich Sie beruhigen. Sie haben uns und wir werden nicht Müde für ein gutes, erfülltes Sexualleben zu plädieren und dazu gehört ein ausgedehntes Vorspiel.
Wieso räumen wir eigentlich den Vorspiel in unserem Liebesbeziehung einen immer kleineren Raum ein, so lange bis, das Quickie in unserem Sexualleben die Regel und nicht die Ausnahme ist. Diese Frage ist wichtig und wir müssen Sie beantworten, denn nur dann können wir dem schleichenden Verfall und das Verschwinden der Liebe aus unserer Beziehung verhindern.
Ein Vorspiel-Killer ist die Vertrautheit. Ja, sie haben richtig gelesern. Vertrautheit macht ihre Liebesbeziehung in ihren Augen vielleicht gerade besonders wertvoll. Und doch lockt es die Routine heran. Denken Sie mal zurück an die ersten Tage Ihrer neuen Liebe. Sie waren hellwach, alles war aufregend und neu. Ein Kennzeichen frisch Verliebter ist zum Beispiel das sie kaum Schlaf brauchen. Nach einiger Zeit haben Sie Ihren Partner kennengelernt, die Routine kehrt Stück für Stück ein und auch die Routine im Bett. Stellen Sie sich mal ein wunderschönes Möbelstück vor. Wenn es neu ist, dann glänzt es, kein Staubkörnchen ist darauf zu sehen. Nach einiger Zeit müssen Sie es aber doch putzen, vielleicht bedarf es später auch mal einer Reparatur. Was ich damit sagen will ist ganz einfach: Sie müssen – alle beide – an Ihrer Beziehung arbeiten, und zwar ständig, das ganze Jahr über. Wenn Sie jetzt sagen, dass sei trivial, dann haben sie recht, wenn ich Ihnen aber im Gegenzug sage, dass kaum ein Paar an ihrer Beziehung arbeitet und es einfach so weiter läuft, dann habe ich auch recht.
Heute beginnt ein neues Jahr und ein guter Vorsatz bringt nichts, wenn er nicht von ein paar handfesten Tipps begleitet wird, wie Sie Ihr bisheriges Leben ändern können.
Wenn Sie für Ihren Partner interessant bleiben wollen, müssen Sie sich ändern. Lassen Sie Ihre Haare anders schneiden, legen Sie sich neue Kleider zu, suchen Sie sich Hobby, möglichst ausgefallene. Nemen Sie jetzt sofort ein Blatt Papier zur Hand und machen Sie Brainstorming. Was könnte Sie an Ihrer Beziehung ändern. Was würde Sie ein Stückchen weit zu einem anderen, zu einem interessanteren Menschen für Ihren Partner machen. Ihr Partner glaubt sie zu kennen? Beweisen Sie ihm, dass das nicht so ist. Gibt es irgendeinen Wunsch, den Sie sich bisher nicht erfüllt haben, einen Lebenstraum, den Sie immer schon verwirklichen wollen. Vielleicht wäre es spannend mit Ihrem Partner mit dem Auto nach China zu fahren? Wer weis.
Ein Argument, das ich immer wieder höre und das gegen ein ausgedehntes Vorspiel vorgebracht wird, ist ganz einfach die Zeit, die scheinbar niemand hat. Nun, Zeit haben Sie genug, ganze 24 Stunden am Tag. Sie haben keine Zeit, Ihnen ist nur eine glückliche Beziehung nicht so wichtig! Ist sie doch? Gut, dann hören Sie weiter zu: Sie haben einen Terminkalender. Vielleicht ist er jetzt am Jahreswechsel nicht ganz so voll, wie sonst. Dann nehmen Sie den Terminkalender sofort zur Hand und machen Sie einen Termin mit ihrer Frau aus. Gut, Ihre Frau sollte vielleicht auch Zeit haben, das wäre nicht das verkehrteste. Ziehen Sie sie einfach zu Rate und machen Sie jetzt sofort ein gemeinsames Sexdate aus. Meinetwegen morgen zwischen 7 und 9 Uhr abends. Eine gute Zeit, oder nicht? Lassen Sie es nicht bei einem Termin, machen Sie mehrere aus. Mindestestens bis Ende Februar. Und kontrollieren Sie bitte auch, ob Sie die Termine eingehalten haben. Es ist sehr wichtig, dass sie das tun.
Ich sprach gerade über Ihre persönliche Veränderung, darüber, dass Sie für Ihren Partner wieder interessant sein müssen. Sie müssen aber auch ihre Beziehung wieder interessant gestalten. Warten Sie nicht, bis der Partner damit anfängt. Einer meiner Freunde hat auch darauf gewartet, bis die Partnerin damit anfängt die Beziehung zu verbessern. Sie hat tatsächlich damit angefangen, nämlich indem Sie sich einen Freund suchte und die Beziehung schließlich daran zerbrach.
Gehen Sie einmal in der Woche aus. Viele Paare versuchen es einmal im Monat. Ich bitte Sie, das ist zu wenig. Einmal in der Woche wäre optimal. Sie haben Kinder, keine Oma und keinen Babysitter? Ihnen felt das Geld? Andere Idee: Bringen Sie die Kinder ins Bett, nehmen Sie zusammen ein heißes Bad, stellen Sie einen Fernseher ins Schlafzimmer, sehen Sie zusammen einen Porno. Das alles bringt Ihre Beziehung in Schwung.
Ich habe es schon gesagt und sage es noch einmal: Viele Versuche das Liebesleben zu verbessern scheitern daran, weil viele Paare die Schuld beim anderen suchen. Jeder muss an der Beziehung arbeiten, aber es hat wenig Sinn eine Liste darüber zu führen. Also, machen Sie den Anfang.
Sie haben vielleicht schon Bleistift und Papier zur Hand genommen und sind mit dem oben erwähnten Brainstorming auch schon fertig. Gut, wenn Sie jetzt schon dabei sind, dann entwerfenSie gleich ein Drehbuch!? Halt, warten Sie einen Augeblick. Ein zu starres Drehbuch kann gefährlich sein.
Warum? Ein Beispiel:Sie kommen mit einer frischen Dose Sprühsahne ins Schlafzimmer um damit Ihre Partnerin mal so richtig einzusprühen und ihr die Sahne von den Brustwarzen und von den Schamlippen abzulecken. Eine gute Idee! Und, was macht Ihre Partnerin? Sie will die Sahne dafür nicht hergeben, kostet zu viel Geld oder ekelt sich überhaupt ganz einfach vor der Idee. Sie haben es gut gemeint, lassen die Sahne liegen und vergessen das Ganze. Falsch! Sie müssen es anders angehen. Hat Ihre Partnerin eine Frauenzeitschrift? Hat Sie! Dann ziehen Sie diese zur Rate und lesen einen Artikel über Sex. Fragen Sie sie nach Details (wie geht die Stellung 69, was ist eigentlich mit Fellatio gemeint) und Sie wird viel eher Interesse an Sex entwickeln und ein solches Gespräch kann dann der Auslöser für ein neuartiges Vorspiel sein.
Nun aber genug der Vorrede. Jetzt sind Sie an der Reihe. Machen Sie das Jahr 2010 zu ihrem glücklichsten Jahr und eine gute, mit Sex und Freude erfüllten Beziehung macht glücklich, glauben Sie mir.

